Gefallsucht - 3 Anzeichen, dass du daran leidest

und wie du dich befreist

Während wir regelmäßig unser Suchtverhalten unter die Lupe nehmen, auf Kaffee oder Schokolade regelmäßig verzichten und die Zuckersucht immer mehr in den Medien Platz findet, gibt es eine Sucht, die kaum Beachtung findet: die Gefallsucht.

 

Die Sucht danach zu gefallen, gemocht zu werden und bloß nicht unangenehm auffallen und anzuecken.

 

Leidest du auch an Gefallsucht?

Anzeichen für Gefallsucht:

  • Du nimmst Aufgaben an, obwohl du lieber Nein sagen würdest.

 

Du nimmst die Aufgabe lieber in Kauf, als andere zu enttäuschen oder Gefühle zu verletzen. Immer wieder springst du für andere ein oder hilfst aus. Du traust dich nicht, Nein zu sagen.

 

  • Du triffst dich mit Leuten, die dir nicht guttun.

Immer wieder stimmst du Treffen mit Leuten zu, die dich hinterher schlecht gelaunt und völlig ausgelaugt hinterlassen. Du überlegst dir vielleicht kurzfristig krank zu werden oder suchst du dir eine sozial akzeptabel Ausrede, triffst dich dann aber doch – denn was würden die anderen sonst sagen?

 

  • Du sagst deine Meinung oder Gedanken nicht.

Wenn dir auffällt, dass du nicht zu deiner Meinung und Gedanken stehst, ist das ein eindeutiges Zeichen. Vielleicht wechselt du sogar deine Aussage, je nachdem, mit wem du zusammen bist.

 

Alle 3 Anzeichen haben einen gemeinsamen Hintergrund: Du möchtest gemocht werden – um jeden Preis. Wenn du dich dafür verstellen musst, ist das eben ein Preis, den du in Kauf nimmst.


Natürlich ist die Gefallsucht unterschiedlich ausgeprägt, aber sie geht immer auf einen Glaubenssatz zurück:

 

Ich bin nicht gut genug, so wie ich bin.

Die Gefallsucht kann so weit gehen, dass man sich selbst verliert. Indem man sich immer der Meinung anderer anpasst, weiß man eines Tages nicht mehr, was eigentlich die eigene Meinung ist.

 

Doch wie kommt man aus der Spirale wieder heraus? Denn jeder will doch gemocht werden?

 

Erinnere dich mal an deine Schulzeit zurück. Es gab bestimmt einige Mitläufer, die nie Ärger hatten und relativ gut integriert waren.

Aber sind dir die groß in Erinnerung geblieben?

Sind es nicht viel mehr die Typen, die authentisch waren, die ihre Meinung kannten und dazu standen?

 

Schau dich jetzt einmal um, in deinem Bekanntenkreis oder auch in der Promi-Szene. Wer beeindruckt dich? Die, die zwar Ecken und Kanten haben, aber ihren Weg gehen oder die, die still in der Ecke sitzen und nur nicken?

 

Ich denke, eine gesunde Mischung ist der beste Weg.

Natürlich möchte ich gemocht werden – aber für die Person, die ich bin. Mit allen meinen Macken (laut meines Manns sind das einige). Was bringt es, die beliebteste

Person zu sein, wenn du nicht für dich gemocht wirst?


Schritt-für-Schritt raus aus der Gefallsucht:

  • Erkenntnis

Der erste Schritt ist immer zu erkennen, in welchen Situationen man zur Gefallsucht neigt. Sind es Situationen oder sind es bestimmte Personen, bei denen man sich anders verhält, damit man gefällt?

Schreibe dir Situationen oder die Personen auf. Überlege dir, warum du unbedingt dort gefallen willst. Gab es eine auslösende Situation?

Oder gibt es sogar den Glaubenssatz, dass du nur gemocht wirst, wenn du dich auf eine bestimmte Art und Weise verhältst?

 

  • Selbstliebe

So banal wie es klingt, hapert es doch bei den meisten an der Selbstliebe.

Wir sind so auf die Anerkennung von außen fixiert, dass wir uns selbst völlig vergessen. Wenn du mit dir im Reinen bist, benötigst du keine Anerkennung von außen.

Oftmals erwarten wir auch eine liebevolle Anerkennung von anderen, die wir uns nicht mal selbst geben. Aber wenn wir uns selbst nicht lieben, anerkennen und unterstützen, wieso soll es dann ein Außenstehender?

Die Selbstliebe ist ein längerer Prozess, aber du kannst damit beginnen, jeden Abend 5 Punkte aufzuschreiben, die du gut gemacht hast. Du darfst dich selbst loben und unterstützen, du darfst dich selbst anfeuern und motivieren. Denn wenn du es selbst machst, benötigst du kein außen mehr. (In 3 Schritten zu mehr Selbstliebe)

 

  • Vorbereitung

Überlege dir Situationen, in denen du der Gefallsucht nicht mehr nachgibst. Du kannst mit ein oder zwei Situationen anfangen. Um es dir leichter zu machen, kannst du dir schon Aussagesätze bereitlegen. Fange nicht gleich mit allen Situationen an, sondern such dir gezielt Übungssituationen aus.

Ein einfaches „Ich habe momentan unglaublich viel zu tun, ich schaffe das nicht“ wehrt dir zusätzliche Arbeit ab. Genauso kannst du auch Termine abwehren, auf die du keine Lust hast. Du kannst das so sanft, wie du möchtest, machen. Gerade zu Anfang, wenn Absagen neu sind, kannst du so in kleinen Situationen üben, bevor du zu mehr übergehst.

 

Was mir unglaublich geholfen hat, war die Frage: Mag ich die Person überhaupt?

Warum sollte ich versuchen, von jemandem gemocht zu werden, die eigentlich keinerlei Bedeutung für mein Leben und mich hat? Warum ist es wichtig, dass jemand, den ich nie wieder sehe, mich nett findet? Hier herauszufinden, warum es so wichtig ist und diesen Anteil in mir zu lösen, hat mich dazu gebracht, mich auf die Leute zu konzentrieren, die auch für mich wichtig sind.

 

Kennst du die Gefallsucht? Wann sind deine Methoden, damit umzugehen? Wie hast du es geschafft, sie zu meistern?

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