An allen Ecken hört man, dass man aktiv sein Leben gestalten soll, es in die Hand nehmen und „kein Opfer der Umstände“ sein soll.

Schreibe dir deinen 5-Jahres-Plan, setzte Ziele und mache To-do-Listen, meditiere, reflektiere, sei achtsam und dankbar.

Und die meisten von uns tun das auch. Wir arbeiten an unseren Zielen, wir visualisieren und meditieren, machen unsere Aktionsziele und arbeiten sie ab.

 

Überlege dir mal kurz, zu welcher Sorte du gehörst? Träumst du nur oder arbeitest du für deine Träume? Vermutlich sagst du jetzt, ja klar, arbeite ich dafür. So wie ich auch.

Und trotzdem haben wir alle irgendwo einen Punkt, bei dem wir auf ein Wunder hoffen. Eine magische Lösung, die uns alles leichter machen würde.

 

Ein vermögender Mann. Ein Lottogewinn. Die erfolgreiche Geschäftsfrau, die uns plötzlich fördert und unser Geschäft voranbringt. Ein Partner, der uns das gesamte Leben erleichtert. Ein verschollener Onkel, der uns das Vermögen hinterlässt.

 

In all diesen Fällen hoffen wir, dass es jemand anderer für uns tut. Jemand, der uns erlöst, uns etwas abnimmt, unsere Karriere anschiebt, uns absichert.

 

Bist du manchmal auf deinen Partner sauer, weil er nicht mehr verdient? Ärgerst du dich, dass die Wohnung zu klein, hoffst, dass die unangenehmen

Nachbarn ausziehen oder denkst, dass die Arbeit angenehmer wird, sobald die Kollegin nur endlich schwanger und weg ist?

Wartest du auf ein Ereignis in der Zukunft, durch das alles leichter werden wird? Träumst du von der magischen Lösung, die dir passiert?

 

Sich das einzugestehen, ist nicht leicht. Vor allem, wenn man glaubt, dass man auf einem guten Weg der Selbstverwirklichung ist und seinem Traumleben endlich näherkommt.

 

Vielleicht denkst du dir jetzt auch: aber ich mache doch schon so viel! Und jetzt ist schon wieder nicht genug? Wieso darf ich denn nicht auf ein Wunder hoffen?

 

Die Antwort ist simpel. Das Wunder wird dir nicht passieren. Du bist das Wunder.

 

Du bist das Wunder!

 

Du brauchst keinen Prinzen, wenn du anfängst, selber für dich zu sorgen.

 

Statt dich zu ärgern, dass dein Mann nicht mehr verdient und für dich sorgt, kannst du dich fragen: wie kann ich mehr Geld beitragen?

Statt darauf zu warten, dass ein „Influencer“ dein Produkt erkennt und bekannter macht, frage dich, wie du es selbst bekannter machen kannst.

Statt zu erwarten, dass dein Mann alles für dich macht, fange an, gut für dich selber zu sorgen.

 

Wenn deine Kinder dich als selbstverständlich ansehen und über deine Grenzen und Bedürfnisse hinweg agieren, frage dich: wo achte ich nicht auf meine Bedürfnisse und Grenzen?

 

Schau dir dein Leben an und frag dich, an welcher Stelle du auf einen Prinzen wartest. Sich das einzugestehen, ist im ersten Moment vielleicht schmerzhaft. Im nächsten Moment befreit es aber ungemein und gibt dir die Möglichkeit zu einer Entscheidung. Möchtest du so weitermachen oder willst du es ändern und dein Leben wirklich in die eigene Hand nehmen?

 

Rettende Prinzen auf Pferden gibt es nur im Märchen. Du hast alle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die du brauchst, um alles zu erreichen, was du willst. Aber erst, wenn du bereit bist, dich selbst als Rettung zu sehen, kannst du anfangen, dich selber zu retten.

 

Denn du bist das Wunder!

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