Das ewige Gefühl, nicht gut genug zu sein

Wenn man anfängt, sich mit sich selbst zu beschäftigen, Glaubenssätze aufzulösen oder sich besser verstehen zu wollen, wird man oft mit einem ganz grundlegenden Gefühl konfrontiert.

Manche sagen, es ist die Wurzel alles Übeln: das Gefühl, nicht gut genug zu sein.


Oft stellen wir auch fest, dass wir es in einer Situation bearbeiten und auflösen und es in der nächsten wiederauftaucht. Fast könnte man es als Kampf mit der Hydra bezeichnen, ein ewig wieder kehrendes Gefühl, das immer dann seinen hässlichen Kopf zeigt, wenn wir es am wenigsten erwarten und uns zeigt, dass wir nicht gut genug sind. Egal, wie sehr wir uns bemühen.

Doch warum geht es vielen so? Warum ist das Gefühl, nicht gut genug zu sein, so weit verbreitet?

Die Erfahrungen unserer Kindheit prägen uns so tief, dass sie uns in den meisten Fällen bis ins Erwachsenenleben begleiten. Doch wie sind diese Erfahrungen?

In den meisten Fällen gibt es ein Kind, das im Kindergarten besser malen kann, höher klettern oder schneller laufen kann. Das ist noch nicht so schlimm, denn wir wissen, es gibt auch Sachen, die wir besser können.

In der Schule werden wir nur noch nach Leistung benotet und es gibt im Normalfall immer jemanden, der besser ist.

Wenn man Geschwister hat, wird verglichen und ein Einzelkind muss beweisen, dass es kein egoistischer Soziopath ist.

Unsere uns liebende Eltern kritisieren uns in einer Tour – sie nennen es Erziehung und wollen nur unser Bestes.

Wir wollen dazu gehören, aber die coole Kinder spielen nicht mit uns.

Es gibt unzählige kleine Erfahrungen, die alleine noch nicht viel ausmachen, aber die Häufung, die Wiederholung fängt irgendwann an, an uns zu nagen. Tief in uns bildet sich das Gefühl, nicht gut genug zu sein – egal, wie sehr wir uns bemühen. Den meisten ist das gar nicht bewusst, da sie sich überhaupt nicht mit sich selber beschäftigen und an den Punkt kommen, dieses Gefühl zu erkennen.

Doch was können wir nun machen?

Normalerweise bin ich ja ein Verfechter des Auflösen. Schreibe dir deine Auslöser aus, bearbeite sie, mach eine Seelenreise, höre ein Subliminal, fühle dich besser.

Heute möchte ich dir einen anderen Ansatz zeigen:

Es ging mir vor kurzem so, dass wir in Italien waren und ich mich gerade im Bad fertigmachen wollte. In diesem Moment wurde mir klar, dass dies eine Situation war, die sich jedes Jahr an diesem Ort wiederholte. Ich hatte das Gefühl, nicht die richtigen Sachen anzuhaben, meine Haare waren furchtbar und außerdem war da ein Pickel. Ich gehöre da nicht hin, bin nur ein Fremdkörper und überhaupt, wer glaub ich eigentlich, das ich bin?

Mein sehr geübtes Gehirn erkannte sofort, das Gefühl nicht gut genug zu sein und die Auslöser dahinter. Unter anderem, dass die italienischen Frauen ja sehr schick, immer top gestylt und gepflegt sind – und ich eher nicht so. Ich trage Jeans und T-Shirt und bin bei Modetrends meistens ein Jahr hinterher. Ich überlegt kurz im Bad eine Runde Meridianklopfen durchzuführen, um das Gefühl aufzulösen – und entschied mich dagegen.
Stattdessen entschied ich mich, das Gefühl einfach nur wahrzunehmen. Ich konnte all die Auslöser sehen, die zu diesem Gefühl führten und entschied mich, nichts zu tun. Nur zu atmen und es sein zu lassen. In dem Moment gab ich mir die Erlaubnis, nicht gut genug zu sein. Ich muss nicht jedes Gefühl auflösen, ich muss nicht jede Situation heilen. Ich darf einfach ich sein, mit all meinen Fehlern, mit meinen Verletzungen und mit meinen Macken.
Ich entschied mir zu sagen: Ja, ich fühle mich nicht gut genug, ich nehme dieses Gefühl wahr, ich nehme es an und ich liebe mich trotzdem.

Ich würde dir jetzt unglaublich gerne erzählen, dass aufgrund dieses Akts der Selbstliebe etwas ganz großartiges passiert ist, ich 500 neue Freunde gefunden haben, die mich alle aufgrund meines Wesen schätzen – aber nein, es ist nichts großartiges, weltbewegendes passiert. Ich habe schlichtweg etwas mehr Frieden mit mir selbst gefunden. Und das finde ich schon großartig!

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